Im Garten überleben immer mehr Samen empfindlicher Gemüsearten den Winter. Tomaten, Paprika und Kürbis benehmen sich bereits wie invasives Unkraut, das flächendeckend im Garten von selbst aufgeht. Aus Kompost oder von untergehackten Fruchtresten des letzten Jahres. Etwas seltener passiert das mit Melonen, aber es passiert. Auch dieses Jahr sind wieder Sämlinge aufgegangen. Ein paar lasse ich wachsen, wenn sie zufälligerweise gut stehen.
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| Das "Geburtsbeet", zwischen den Paprika wächst sie. |
Was verkreuzt sich gerne?
Auffällig ist, dass es fast immer Kreuzungen mit dem Elternteil einer koreanischen Chamoe - Melone (in Japan: Makuwa) sind, obwohl ich davon nie viele Pflanzen im Garten habe. Die Samen scheinen robuster und frostfester zu sein. Man kann das am Sämling schon an den Blättern erkennen, wenn man Chamoe-Melonen hat und kennt, an den Früchten sowieso. Die Blätter sind etwas kleiner, fester und besitzen Ränder mit Formen, die etwas von Fledermausflügeln haben. Diese Art baue ich schon seit vielen Jahren an, auch hier gibt es Beiträge dazu: https://gartenzone.blogspot.com/search?q=Chamoe
Der Zufallssämling
Dieses Jahr entstand ein angenehm wachsender, schöner und gutschmeckender Zufallssämling mit erstaunlichem Ertrag. Es kann sich also lohnen, nicht alle Zufallssämlinge gleich auszureissen. Sie war erkennbar eine Kreuzung zwischen einer Chamoe und höchstwahrscheinlich einer Petit Gris de Rennes Melone, die ich ebenfalls jedes Jahr anbaue. Die Pflanze wuchs in einem Beet mit nicht besonders guter Erde, blieb aber wurzelgesund und wuchskräftig. Sie setzte fünf oder sechs Früchte an, brachte sie zur Reife und fruchtete danach stetig weiter, ähnlich Chamoe-Melonen.
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| Stiellösend |
Wie bei fast allen Melonen nördlicher Breiten dauerte es von erfolgreicher Befruchtung der Blüte bis Reife einer Frucht etwa vier Wochen. In dieser Zeit wuchsen recht uniforme Früchte heran, länglich aber weniger oval als eine Chamoe, mit glatter Schale, Linien von Pol zu Pol. Bei Vollreife löste sich der Stiel von selbst und die Schale bekam dann ein paar gelbliche Streifen. Die Früchte waren kompakt, wogen bis 700 Gramm, dufteten nach Chamoe. Auch die Haltbarkeit war günstig und lag nahe an den gut haltbaren Chamoe. Aufgeschnitten zeigten sich im Kernbereich mehr Kavernen als bei Chamoe und die Kerne waren härter, also nicht essbar. Aber das Kernhaus enthielt auch süssen Saft mit über 70° OE. Das Fruchtfleisch war rosa, nur leicht blasser als eine Petit Gris. Deutlich süsser als eine Chamoe, Aroma würziger und kräftiger als Chamoe, auch mit Moschus, Vollsüsse und Erdbeertöne wie eine Petit Gris de Rennes. Die typische nussige Chamoe-Würze war unverkennbar ebenfalls vorhanden, das ganze Ding war eine Aromaaddition beider Sorten ohne Abstriche. Keine Spur von Bittere. Fruchtfeischstruktur genau in der Mitte beider Arten. Kann ich mir besonders gut in einem Obstsalat vorstellen, wo sie die Form schön halten dürfte und mit dem Aroma neben anderen kräftigen Obstsorten besteht.
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| Grössenvergleich mit diversen anderen Melonen |
Im Lagerversuch überstand sie eine Woche im Keller problemlos. Das ist erstklassig, keine Charentais-Melone schafft das. Dieses Erbteil stammt von der Chamoe-Seite.
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| Geschält, geschnitten. |
Angenehm zu essen, gute Grösse, gesunde Pflanze, gut lagerfähig. Tatsächlich sind derartige Kreuzungen auch in Asien durchgeführt worden, um Chamoe - Melonen genetisch aufzuhübschen, sie süsser und grösser zu machen. Aus der europäischen Melonenwelt bietet sich da eine grosse Vielfalt von Sorten an, die solche Eigenschaften mitbringen. Schafft man über mehrere Kreuzungsstufen eine gute Kombination mit erwünschten Eigenschaften von Chamoe Melonen, erhält man Melonen mit guten Marktchancen und so war es dann auch. Wie sich nun zeigt, ist der erste Schritt nicht schwer und man kann damit Glück haben. Um die Kreuzung zu stabilisieren, müsste man freilich weitere Fremdbefruchtung verhindern und eine Auswahl aus vielen Absaaten der jetzigen Pflanze treffen. Dafür fehlt mit der Platz im Garten, aber es sieht machbar aus, hätte man etwas mehr Ressourcen.
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| Fruchtgewicht |
Wer will Samen?
Die Samen habe ich trotzdem entnommen, aus den ersten Früchten die früh blühten und aller Wahrscheinlinlichkeit nach eine Selbstkreuzung sind. Es war nur eine andere Melonenpflanze in der Nähe und die blühte defintiv später. Gurken, weitere Melonen nur auf der anderen Seite des Grundstücks. Mal sehen, was nächstes Jahr herauskommt. Wer es auch probieren will, soll sich melden, ich verschenke gerne welche von den Samen. Zu erreichen bin ich z.B. über Threema, ID Z2ZZD3FY oder Telegram, @legan15
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| Samenernte |
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| Samen trocknen |








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