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| Haferwurzelblüte mit Dörnchensandbiene, die Pollen sammelt |
Nach den erstaunlichen Erfolgen mit Haferwurzeln trotz schwerem Boden, Hitze, Trockenheit, Überwinterung und dazu noch ihr guter Geschmack kommt nur ein weiterer wichtiger Aspekt. Die vorigen Beiträge über Haferwurzeln drehen sich um ihren Anbau, Ernte, Verwendung:
https://gartenzone.blogspot.com/2025/11/haferwurzel-tragopogon-porrifolius-neue.html
https://gartenzone.blogspot.com/2026/03/haferwurzel-die-zweite-das.html
Nun gehts an die letzte Stufe, ihre Vermehrung. Das lief genauso einfach wie ihr Anbau vorher. Ein paar Sachen muss man aber schon beachten. Hier eine kurze chronologisch geordnete Abfolge meiner Erfahrungen zu "wie vermehre ich Haferwurzeln?".
Anfang bis spätestens Mitte April: Letzte Ernte
April ist Ernteende. Die letzten Wurzeln können noch gegessen werden. Das geht erstaunlich lange, bis der Blütenstengel nach oben drängt, dann werden sie wie alle Wurzelgemüse wattig und holzig, schrumpfen wieder. Bis April können Haferwurzeln ohne spezielles Lager direkt aus dem Garten den ganzen Winter über geerntet und gegessen werden, sofern der Boden nicht gefroren ist. Im Zweifel - stehen lassen und Samen für die nächste Aussaat abnehmen. oder sich an den schönen Blumen erfreuen.
Erste Maiwoche: Blütenstengel
Der Blütenstengel erscheint, geht schnell nach oben, Blütenknospen erscheinen. Wie bei allen Bocksbartgewächsen ist auch die geschlossene Knospe essbar und auch roh gar nicht mal schlecht. Geschossene Pflanzen, von denen man keine Samen ernten will lassen sich somit auch noch verwerten.
Ab zweite Maiwoche: Blühbeginn
Die erste grosse, violette Blüte geht auf. Danach blühen die Pflanzen stark folgernd für und zwei Wochen. Eine Pflanze kann auch mehrere Blüten zeigen. Auch typisch für alle Bocksbartgewächse ist eine Blüte nur kurz offen, vormittags, gegen Mittag schliesst sie sich wieder. Insekten fliegen sie an, die Haferwurzel bietet etwas Nektar und viele Pollen. Besonders Wildbienen fliegen sie gerne an, Hummeln seltener weil die vor allem am frühen Morgen unterwegs sind, Die Pollen sind bald abgefressen. Die schnell verblühten aber befruchteten Blüten schliessen sich wieder dauerhaft und bleiben erst einmal geschlossen.
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| Blüte der Haferwurzel mit Pollenständen |
| Die ganze Reihe |
| Halbierte Blütenknospe |
Ab erster Juni: Samenstände fliegen davon
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| Die Schirmchen mit den Samen erscheinen |
Wochen später gehen sie plötzlich fast gleichzeitig wieder auf, haben dann Schirmchen, die vom Wind weggeweht werden. Das passiert enorm schnell, noch nicht richtig geöffnet fliegt schon alles davon und der nackte Blütengrund bleibt zurück, darunter die trockene Restpflanze. So weit sollte man es nicht kommen lassen! Dann sind die Samen weg. Man sieht den reifen Knospen schon an, wann sie sich öffenen wollen. Dann abschneiden und die noch nicht geöffneten Schirme auch gleich abschneiden, Samen ausbreiten und trocknen. Sie sollen mehrere Jahre keimfähig sein. Es gelten die üblichen Regelungen zur Lagerung, kühl und dunkel, keine Temperaturwechsel. Für eine direkte Aussaat, die zu einer diesjährigen Ernte führen könnte ist es jetzt aber zu spät. Die Aussaat muss also früher passieren, mit Samen des vorigen Jahres. In der zweiten Juniwoche ist alles abgeflogen.
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| Besser abschneiden, bevor sie davonfliegen |
| Die Samen. Graben sich durch Wind mit ihren Schuppen selbst in die Erde ein. |
Anfang Oktober: Selbst ausgesamte Jungpflanzen erscheinen
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| Sieht aus wie Gras, ist aber eine junge Haferwurzel |
Eine Vermutung bestätigt sich: Es gibt Wildaufgänge im Garten. Relativ gleichmässig sogar. Ende Oktober kann man die Pflanzen auch eindeutig identifizieren, vorher verwechselt man sie mit einem Gras. Man spürt es auch an der besonderen "nicht rutschigen" Textur des Blättchen. Als Invasiv würde ich sie aber nicht bezeichnen, aber sie ist zur Selbstvermehrung durchaus in der Lage. In Küstennähe und Österreich ist sie auch von selbst verwildert und eingebürgert. Hier könnte das auch noch geschehen, weil die Winter nicht mehr wirklich kalt sind.
Die natürlich verbreiteten Samen ruhten den trockenen heissen Sommer über in der Erde, ohne zu keimen, auch an gut bewässerten Stellen. Anfang Oktober keimten sie, als es kühler und generell wieder feuchter wurde. Eine Stratifikation durch Kälte war also unnötig für die Keimung, aber die Sommerhitze blockierte einen sofortigen Aufgang. Das ist aus evolutionärer Sicht auch logisch: In Regionen des östlichen Mittelmeers, wo die Art herstammt hätten kleine Jungpflanzen im Sommer keine Chance, sich zu entwickeln, es ist zu trocken dafür.
Einige Jungpflanzen lasse ich in der Erde - mal sehen, ob sie nächstes Jahr gleich blühen wollen oder ob sie erntefähige Wurzeln bilden. Möglicherweise ist das Klima so weit verändert, dass Herbstaussaaten möglich werden, wer weiss.
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| Sie keinem einfach überall, auch in Fugen |
| Gute Samenernte |
| Der verwandte Wiesenbocksbart, Wildpflanze, ebenfalls mit Dörnchensandbiene |

















































