Dienstag, 17. Februar 2026

Honig lagern - beim Imker und zu Hause

Honig ist ein sehr gut haltbares Bienenprodukt. Archäologen fanden Honig in versiegelten Tongefäßen ägyptischer Grabkammern, Alter 3000 Jahre und mehr – genießbar, gut. Solange keine Feuchtigkeit hinzukommt, bleibt er kristallisiert, süß, malzbonbonartig, essbar. Gleiches gilt für Bienenwachs. Für die Archäologie sind das wichtige Funde, denn aus dem enthaltenen Pollenspektrum lassen sich ganz exakt die damaligen Trachtpflanzen der Bienen feststellen. Wie sah das alte Ägypten aus, was wuchs damals? Honig und Wachs beantworten das und geben interessante Einsichten in die damalige Botanik. Man weiß deshalb zum Beispiel, dass damals der Anteil von verschiedenen Nutzbäumen hoch war, die mehrere Zwecke erfüllten: Fruchtlieferanten, Holzlieferanten, Windschutz, Erosionsschutz, vor Tempeln. Beispiele für häufige Trachtlieferanten damals sind der Persea-Baum, Zachun-Baum, echte Akazien, Mandeln.

Auch in Deutschland helfen Bienenprodukte bei der Feststellung, was früher hier gewachsen ist und wie häufig. Die pollenhaltigen Rückstände von Met an den Rändern von Kesseln keltischer Gräber in Deutschland beantworten das.

Im trauten Heim sind die Anforderungen geringer. Wir wollen Honig nicht endlos aufbewahren, aber ein paar Monate mit vollem Aroma und wertgebenden Inhaltsstoffen sollen es sein. Zunächst stellt sich die Frage:

Was ist typisch für alten Honig? 

Phasentrennung an Blütenhonig

Wann und wie wird Honig eigentlich alt? Typisch bei Honig ist, dass er nicht schlecht wird. Das wird er nur bei falscher Lagerung (offen, feucht, warm), falscher Verpackung oder wenn er schon von Anfang an einen zu hohen Wassergehalt hat: Dann gärt er irgendwann, das war’s dann. Er schäumt und drückt sich aus dem Glas. Giftig ist er auch dann nicht, backen und kochen geht damit noch problemlos.

Typisch ist auch eine abgeschwächte Enzymaktivität von Invertase und Diastase. Diese Enzyme lieferten die Bienen. Wertlos wird er deshalb nicht. Außerdem erhöht sich der HMF-Gehalt. Das ist Hydroxymethylfurfural, ein Abbauprodukt von Fruktose, das sich mit der Zeit bildet – bei Wärme, viel Säure und falscher Behandlung schneller. Man kann es als eine Art innere Uhr sehen. HMF selbst ist für Menschen unproblematisch. Es entsteht ebenso in Limonaden und Fruchtsäften, Pflaumenmus, Trockenobst – überall, wo Zucker ist, der warm und lange gelagert wird.

Älterer Honig erlebt auch oft eine Phasentrennung, oben gibt es dann eine Flüssigschicht. Oder die oberste Schicht dunkelt nach. Das passiert vor allem bei Honigen, die cremig gerührt wurden, nicht bei durchkristallisiertem Honig.

Einen typischen Altersgeschmack oder ein Fehlaroma aufgrund von Alter gibt es jedoch nicht. Waldhonig bleibt lange ziemlich geschmacksstabil. Die feineren Aromen aus den Blütenhonigen werden meistens ganz langsam schwächer. Wenn nach langer Zeit ein Aroma dazukommt, dann eine Art malziger Ton, Trockenfrucht, Sherry.

Wie wird die Alterung von Honig verlangsamt?

Phassentrennung auch bei teurer Markenware aus
"EU- und Nicht-EU-Ländern". 

Durch gute Lagerung und gute Behandlung bei der Abfüllung. Gut gelagert bedeutet: so kühl wie möglich, bis hin zu leichten Minusgraden. Eine Grenze liegt bei 15 °C, längere Lagerung sollte diese Temperatur niemals überschreiten. Darüber baut sich die Enzymaktivität zu schnell ab und der HMF-Gehalt zu schnell auf. Weitere Voraussetzungen: dunkel und trocken. Ein trockener, kühler Keller. Niemals in der Küche lagern, womöglich noch in der Nähe von feuchten Kochdämpfen, auf Regalen in Herdnähe.

Gut abgefüllt hinsichtlich bester Lagerung wird er so, dass er feinsteif wird: streichfähig und leicht entnehmbar, aber fest, formstabil; man kann das Glas kippen, ohne dass er herauskriecht. Dieses Optimum ist nicht einfach zu erreichen, vor allem nicht mit viel Technik – das hilft nicht.

Was sagt das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Honig aus?

Eigentlich wenig. Das MHD ist Vorschrift, darum steht es auf der Verpackung. Es stellt eine Prognose für die Zukunft dar und orientiert sich daran, wie lange ein Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften behält. Die angegebene Mindesthaltbarkeit beruht bei Imkerhonig aber nur auf gutem Willen und Schätzungen aufgrund von Erfahrungswerten. Da Honig vom Imker in der Regel kein normiertes, aus verschiedenen Herkünften verpanschtes, abgemischtes oder gar industriell behandeltes Produkt ist, sondern jedes Jahr anders wird (Konsistenz, Inhalt, Verarbeitung differieren), lässt sich ein solides Mindesthaltbarkeitsdatum bei Imkerhonig nicht wirklich vorausberechnen. Man schätzt es also und zieht noch kräftig davon ab, um auf der sicheren Seite zu sein. Ziel ist, einen Zeitraum zu nennen, während dem der Honig noch sehr dem Stil und der Güte ähnelt, die er nach der Abfüllung hat, und seine wertgebenden Inhaltsstoffe (z. B. Enzyme) noch weitgehend vorhanden sind. Ich sehe mir den Honig und seine Analysewerte also genau an und berücksichtige folgende Faustregeln:

  • Heller Frühlingsblütenhonig aus vorwiegend Raps, cremig, liegt mit einem Jahr Haltbarkeit ganz gut. Er ist gerührt und deshalb der Zeit phasentrennungsgfährdet, vor allem wenn zu warm gelagert. Sein hoher Rapspollengehalt lässt ihn auch früh etwas "gilbig" schmecken; das tritt auch deshalb hervor, weil er sonst wenig starke Aromen hat.
  • Frühlingsblütenhonig mit Wassergehalt über 17,5 bis 17,7%: Nur bis Weihnachten im Erntejahr. Je mehr Wassergehalt, desto höher das Gärrisiko bei Zimmertemperatur.
  • Sommerblütenhonig mit Honigtauanteil, bräunlich: Oft geringer Wassergehalt, wenn er feinsteif kristallisiert ist dieser Honig problemlos mit zwei Jahren Haltbarkeit auszuzeichnen, gerührt und cremig etwas kürzer. Die Aromen bleiben meist gut auf der Höhe, sind kräftig.
  • Honigtauhonige, die sehr lange flüssig bleiben, dunkel, egal ob von Laub- oder Nadelgehölzen: Mindestens zwei Jahre. Das Aroma bleibt nach auch Jahren unverändert, aber die kristallisieren von unten her und manchmal nicht schön - ein optisches Problem, leicht zu lösen durch Erwärmung auf max. 40°C.
  • Leuchtend gelber Frühlingsblütenhonig der allerersten Schleuderung, vor der Rapstracht, manchmal schon im April: Sechs bis acht Monate. Dieser allererste Frühhonig hat in einigen Jahren eine fantastische Aromatik, mandelartig nach Kirschblüten, parfümiert nach Wiesenblumen und leicht Löwenzahn. Das ist auch nach einem Jahr noch gut, aber im Vergleich zum Frischzustand mit deutlichem Verlust. Hier darf man nicht lange warten, sondern sollte bald abfüllen, bald verkaufen, bald essen. Ein Genuss, der nicht fürs Langlager ist.

Die grossen Importeure, die alles normiert abmischen und zentrifugieren gehen bei ihrem flüssigen Honig von zwei Jahren aus. 

Die Geheimnisse der guten Konsistenz im Honigglas

Nachdem klar ist, wie sich Inhalt und Aromen entwickeln, geht es jetzt ans „Eingemachte“: seine Konsistenz im Glas und wie man die ohne viel Technik optimiert. Erst einmal der Weg des Honigs ins Glas geschildert: aus den vollen Waben schleudern, filtern, abschäumen, im großen Eimer stehen lassen, eventuell kurz rühren, abfüllen in Gläser, Deckel drauf und Etikett dran. Gerührt wird er, um die Zuckerkristalle von eben gerade oder bereits kristallisiertem Honig etwas abzuschleifen. Danach wird er nicht mehr richtig fest bzw. bleibt cremig: Die angeschliffenen Zuckerkristalle verhaken sich weniger ineinander. Viele Imker verwenden für die Abfüllung auch ein Gerät mit dem Namen Melitherm, das ich ablehne. Damit lässt sich auch bereits fest gewordener Honig abfüllen, aber die dafür nötigen Heizspiralen für eine kurze Schmelze erhitzen mir den Honig zu stark; das ist mir auch zu viel unnötige Technik, anstatt besser auf das Produkt zu achten.

Was ist nun eine gute Konsistenz? Das entscheidet letztlich der Honigeniesser. 
  • Feinsteif. Streichfähig, aber gerade noch fest.
    Einig sind sich die Leute meistens, dass "bockelhart" nicht gut ist, wenn das Messer beim rausholen abbricht. Füllt man Rapshonig sofort ab, wird er so und auch manche Sommerhonige können ganz schön fest werden. Klar kann man ihn dann vorsichtig erwärmen um ihn zu erweichen, aber man möchte ihn natürlich lieber fixfertig konsumierbar. 
  • Halbflüssig mit einem "Kristallsumpf" grober Zuckerkristalle unten im Glas ist auch nicht beliebt. Oben flüssig, unten knirschen die Kristalle.
  • Rührt man ihn wie oben beschreiben vor der Abfüllung, wird er cremig, was Viele mögen, aber man muss höllisch aufpassen, ihn dabei nicht zu überrühren. Dann wird er fliessend cremig und die Gefahr einer Phasentrennung auf dem Lager steigt steil an, auch wenn er lange gelagert wird passiert das bei cremigem Honig leicht. Oben im Glas ist er dann ganz flüssig und klar, und unten hin zäher und undurchsichtig. Gärrisiko, die Flüssigphase hat hohen Wassergehalt! Nicht gut, sogar ein Fehler, den keiner mag.
  • Gerührt, nicht geschüttelt.
    Komplett flüssig. Mögen auch viele. Sorten, bei denen der Honig auf natürliche Weise flüssig bleibt gibts in Deutschland aber selten und meist bleibt er auf Dauer doch nicht flüssig. Hängt eben von der Tracht ab - Robinie und Waldhonig ohne Blütentracht sind nah dran. Tricks wie zentrifugieren, wie es Firmen für ihren Quetschflaschenhonig machen macht ein Imker nicht.
  • Knapp gerührt mit viel Erfahrung je nach Honigsorte bekommt man ihn "feinsteif" hin, vor allem unter Anwendung des unten beschriebenen Zusatztricks mit Hilfe von Mutter Natur. Das mag eigentlich jeder. Ich auch. Kaum Risiko für Phasentrennung, streichfähig, kann man auch "lutschen". Beste Lagerungseigenschaften.

Wie wird Honig "feinsteif" ohne Technik? 

Ganz unten an der Nord-Kellertreppe, oben abgedeckt

Der Griff in die Trickkiste sieht so aus: Im Winter fülle ich in der Regel fürs ganze Jahr ab und nutze typische Temperaturkurven der Jahreszeit. Das klappt natürlich nur draußen; im Keller ist es gleichmäßig kühl bzw. warm. Direkt nach der Abfüllung kommt der Honig also im Glas ins Freie. Aber niemals ins Licht. Er steht tief unten an einer Kellertreppe auf der Nordseite, trocken, lichtgeschützt. Frost ist dort abgeschwächt. Umgekehrt bleibt es an warmen Tagen kühl. Trotzdem schwankt dort die Temperatur, mindestens täglich zwischen Tag und Nacht. Diese Schwankungen im durchgängig winterkühlen Bereich sind ideal. Täglich um ein paar Grad runter und rauf sorgen bei leicht gerührtem Honig für eine sehr schnelle, gleichmäßige, gute Kristallisation ohne Phasentrennungseffekte. Der Honig erreicht durch diese sanften, aber beständigen Schwankungen schnell und sicher die erwünschte feinsteife Konsistenz, bevor eine Phasentrennung einsetzen kann. Gleichzeitig halten ihn die tiefen Temperaturen sehr frisch, viel besser als im Keller, der wie alle Häuser heute zwischen 10 und 15 °C liegt, im Sommer auch mehr. Gerade der Frühlingsblütenhonig profitiert sehr davon; direkte Vergleiche desselben Honigs aus verschiedenen Lagern zeigen das. Werden die Tage wärmer, kommt er natürlich wieder ins Haus. Dabei wird er auch noch einmal kontrolliert: Welche Konsistenz hat er jetzt tatsächlich? Sitzen die Deckel so fest wie bei der Abfüllung? So arbeitet das Wetter statt das Melitherm.

Sonntag, 1. Februar 2026

Frosthärterfahrungen aktuell Wintergemüse

Nach mehreren Jahren mit mildem Winter durften wir nun mehrere Wochen ungewohnte Kälte erleben, Dauerfrosttage, Kahlfrost und Frost über Schnee. Der Paukenschlag begann Ende November mit einer Nacht, die am Boden -12,4°C kalt war, in 2m Höhe leicht wärmer. Mit zwei Sensoren in situ gemessen. Im Laufe des Dezember begann dann Dauerkälte, deren Minima öfter bis zur Zweistelligkeitsgrenze gingen.

Meinen Wintergemüseanbau im ungeschützten Freiland habe ich über die Jahre stetig verstärkt. Aber nicht bis zur Unvernunft mit Dingen, die schon bei mittleren Frösten wieder weg sind. Damit ist es gelungen, bis März verschiedene Gemüsesorten zu haben. Und dieses Jahr, wo es ein paarmal zweistellig runterging, was gibt es da noch, was hat bis jetzt, Februar, durchgehalten? Die Erfahrungen 2025/2026 in ein paar Bildern: 

Grühnkohl, Sorte: Kapitan

Grünkohl, ein Klassiker. Steht gut da, hat aber schnell ältere Blätter verloren, die schnell durchlöchert, pilzig geworden sind. Masse ist nicht mehr vorhanden. In der Summe etwas enttäuschend.

Rosenkohl, Sorte: Igor

Winterzeit, Kohlzeit. Der Rosenkohl steht auch gut da, Röschen aber zu klein, zu wenig Wachstum im Sommer. Aroma aber sehr gut, Frosthärtegrenze nicht erreicht. Nicht kohlig, nicht alt, sondern frisch, grün, aromatisch, pur kurz gekocht und in Butter geschwenkt hätten es auch ein paar Kilo mehr sein dürfen... 

Winterwirsing. Sorte: Endeavour

Dasselbe Bild beim Winterwirsing. Soll bis März haltbar sein. Die älteren Blätter haben aber stark gelitten und der Kopf ist klein geblieben, trotz zeitiger Aussaat. Kohlgemüse sind im heutigen Frühsommerwetter sehr schwierig geworden, das merkt man jedes Jahr, war auch Thema hier im Blog. Trocken und heiss mag junger Kohl nicht und das war es fast jedes Frühjahr der vergangenen Jahre, genug Wasser ist die Ausnahme geworden und für Dauerbewässerung fehlt mir die Wassermenge.

Pak Choi. Sorte:

Pak Choi. Überlebt erstaunlichweise die Kälte ganz gut, obwohl es auf den Saatguttütchen ganz anders steht - hält keinen Frost aus, steht da. Blätter aber trotzdem fast unbrauchbar, da stark von Schnecken zerfressen. Das ist bei Pak Choi ein unumgängliches Schicksal. Auch Schneckenkorn hilft im Winter nicht viel. Technisch ein mögliches Wintergemüse, praktisch nicht. Der Chinakohl daneben hat die Kälte nicht ausgehalten. Pak Choi scheint kältefester zu sein.

Teltower Rübchen - keine Sorte

 Ein paar übrige Teltower Rübchen. Haben die Kälte erstaunlich gut überstanden und wachsen sogar wieder. Die Rüben unten werden aber nicht mehr grösser, es lohnt sich nicht, besser abernten und in Sand lagern. Kohlrüben sind übrigens nicht so frosthart, sie sind erfroren. Die Knollen stehen war noch da, sind aber holzig geworden und schmecken nicht mehr.

Winterblumenkohl. Sorte: Balak

Der letzte Kohl, endlich. Wird auch erst im Mai reif. Es ist Winterblumenkohl und er schaffte es ebenfalls sehr gut durch den Frost. Das ist mir schon öfter gelungen und der frische Blumenkohl im Frühling ist besonders willkommen. Schutz ist aber wirklich wichtig: Nur gut entwickelte Pflanzen kommen durch. Netz gegen Vögel ist unerlässlich, Tauben zerhacken sonst die Blätter. Auch das Brett liegt nicht ohne Grund dort: Darunter verkriechen sich gerne Schnecken, die ich dann leichter entfernen kann, sonst werden die Blumenkohlblätter zu Sieben.

Spinat. Sorte: Emilia

Auch ein Klassiker, Spinat. Kommt supergut durch die Kälte. Wenig Schneckenprobleme. Wächst auch bei Kälte immer ein bisschen, wird es wärmer bekommt er schnell grosse Blätter. Es gelang schon oft, auch mitten im Winter zu ernten.

Pastinaken. Verschiedene Sorten, alle frosthart.

Pastinaken. Ein herrliches Wurzelgemüse. Und erstaunlich frosthart. Einfach im Boden lassen. Das Grün oben friert irgendwann ab, die Wurzeln bleiben hell und aromatisch im Boden, im Gegensatz zu gelben Rüben werden sie auch kaum von Schnecken ausgehölt. Ausgaben, wenn der Boden nicht gefroren ist. 

Lauch. Sorte: Lancelot

Auch so ein Klassiker, Lauch. Wintersorten und einige Herbstsorten stehen ohne Schutz auch dieses Jahr ohne Qualitätsminderung im Garten.

Radicchio: Castelfranco

Kein Klassiker in Deutschland. Aber einige Radicchiosorten sind ganz gut frostfest. Andere gar nicht. Puntarelle ging schon beim ersten Frost drauf. Sehr gut hält sich der Castelfranco, einen Teil der Pflanzen habe ich mit Vlies geschützt, sie sehen dieses Jahr aber nicht besser aus als die ohne Vlies. Problem ist da wie bei allem Radicchios der zunehmende Blattbrand im Winter. Bis Januar geht es aber meist so weit gut, dass man verwertbares bekommt.

Ackersalat. Sorte Accent.

Ackersalat im Winter, kennt jeder. Hier aus einer Saatteppich aufgegangen - kein Blatt krank, keine Anzeichen von Frostschäden. 

Haferwurzel

Haferwurzeln, wie schon im kürzlichen Artikel beschrieben. Frost bisher völlig spurlos an ihnen vorübergegangen. Einfach im Boden lassen. Ausgraben bei Bedarf und wenn Boden nicht gefroren.

Puffbohne. Sorte: Priamus.

Die Ackerbohnen / Pferdebohnen / Puffbohnen / dicken Bohnen stehen dieses Jahr astrein da. Noch nie so ein gutes Jahr gehabt. Ihre Grösse war aufgrund des Herbstwetters ideal zum überwintern (ist immer Roulette), Ihre Frosthärtegrenze wurde knapp nicht erreicht und die eher trockene Witterung verhinderte Pilzkrankheiten, die mir letztes Jahr die Ernte verhagelten. "Priamus" ist wirklich eine taugliche Sorte, auch wenn es nicht jedes Jahr so gut klappt. 

Zitrus. Sorte bzw. Art: Calamondin

Vielleicht kurios, aber zählt auch zur Winterernte. Ein Pfund Calamondin aus einer Topfpflanze, die über den Winter im Wohnzimmer am Südfenster steht. Zitrus gut zu überwintern ist ausserordentlich schwierig, bei mir klappt das weder kühl noch warm, weder mit Zusatzbeleuchtung noch sonstwie. Der bald eintretende Blattverlust wirft die Pflanzen immer zurück. Eine der wenigen winterwohnzimmertauglichen Arten sind Calamondin-Zitrus, eine Kreuzung aus Kumquat und Mandarinen. Ihre Blätter bleiben selbst bei mir zuverlässig grün. Leicht zu bekommen, es gibt sie regelmässig sogar als Aktionsware in Discountern. Sie übersteht den Winter als eine der wenigen Zitrusarten auch im Wohnzimmer.

Zitrus. Calamondin in Scheibchen geschnitten
 
Die Früchte dienen mehr der Zierde. Ihr Speisewert ist begrenzt. Kerne sind zwar nur wenig vorhanden, aber das Aroma der kleinen Kugeln ist wenig attraktiv, säuerlich ohne viel Würze. Die Konsistenz weich, auch die Schale, Saft pressen kaum möglich, schälen geht auch nicht richtig. Gepflückt halten sie nur kurz. Aber die Marmelade! Der Hammer. Ein Wunder. Die dünne Schale und das weiche Innere werden plötzlich zu Gewinnern. Man kocht nicht wie andere Zitrusmamelade endlos, sondern nur kurz. Alles incl. der dünnen Schalen kleinschneiden, Gelierzucker, drei Minuten aufkochen, abfüllen. Das Ergebnis überzeugt. Die Schale wird nicht hart, sondern würzt. Das Aroma wird zu Mandarin-Orange-Kumquat. Im Winter eine besondere Freude.